Brownie Pralinen {Schokolade / Lebkuchen / Haselnuss / Ganache}

 

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Nicht nur zu Weihnachten, sondern zu jeder Jahreszeit sind diese Schokoladenwürfel eine ganz besondere Leckerei. Der Brownie erinnert an Lebkuchen, wird mit einer Schokoganache getoppt und ist von zartschmelzender Schokolade umhüllt. Die Pralinen machen sich nicht nur auf dem Weihnachtlichen Plätzchenteller sehr hübsch, sondern sind ein toller Begleiter zum Espresso nach dem Essen oder einfach zwischendurch. Die Idee für dieses Rezept hatte ich, als ich einer meiner liebsten Beschäftigungen nachgegangen bin: dem Stönbern in Backzeitschriften oder Büchern. Eine kleine, vielleicht sogar etwas unscheinbare Beilage zu einer Zeitschrift hat mich zu diesem Rezept inspiriert. Die einzelnen Schritte lassen sich gut auf mehrere Tage verteilen und so dass die Pralinen recht unkompliziert hergestellt werden.

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Zutaten für den Brownie-Lebkuchen

  • 175g zartbittere Kuvertüre
  • 250g weiche Butter
  • 140g Zucker
  • 1 Tl Lebkuchengewürz
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 140g Weizenmehl (Typ 405)
  • 100g geröstete gemahlene Haselnüsse

Zutaten für die Füllung

  • 200g Schlagsahne
  • ½ Tl Lebkuchengewürz
  • 150g zartbittere Kuvertüre

Zutaten für die Glasur

  • 250g zartbittere Kuvertüre
  • 50g weiße Kuvertüre

Zubereitung 

Den Backofen auf 175°C Umluft vorheizen. Einen Backrahmen oder eine Backform (26x18cm) mit Backpapier auslegen. Die Kuvertüre in der Mikrowelle oder einem Wasserbad schmelzen und etwas abkühlen lassen. Butter, Zucker und Lebkuchengewürz schaumig schlagen. Ei und Eigelb unterrühren sowie Mehl und Haselnüsse dazu geben und ebenfalls gründlich untermischen. Die flüssige Schokolade langsam dazu geben und dabei ständig weiterrühren. Den Teig in die vorbereitete Form füllen und für 15 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. 

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Den Brownie in der Form vollständig auskühlen lassen und mehrfach mit einem Holzspieß einstechen, so dass die Ganache etwas in den Teig eindringen kann. Die Kuvertüre hacken und in eine Schüssel geben. Die Sahne mit dem Gewürz aufkochen und über die Kuvertüre geben. Kurz stehen lassen, glatt rühren und auf dem Boden verteilen. Die Masse über Nacht im Keller oder Kühlschrank fest werden lassen. 

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Backrahmen oder Form entfernen und die Brownies in gleichmäßige Würfel schneiden. Kuvertüre schmelzen, temperieren (wenn die Kuvertüre die Unterlippe berührt sollte man keine Temperatur wahrnehmen) und die Würfel damit überziehen. Die Pralinen auf Backpapier fest werden lassen. Die weiße Kuvertüre ebenfalls schmelzen und die Pralinen damit dekorieren.

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Die Parlinen bleiben in einer luftdichten Dose im Kühlschrank mindestens 14 Tage frisch, schmecken aber besser, wenn sie Zimmertemperatur haben. Darum nehme ich sie immer einige Zeit vorher aus dem Kühlschrank.

Lasst sie euch schmecken und habt eine gute (Kuchen-)Zeit!

Eure Tine

Weihnachtstorte {Lebkuchen / Äpfel / Cranberries}

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Kaum ist der Plätzchenteller leer und der Christstollen restlos verputzt, steht auch schon die nächste kleine Verführung auf der Kaffeetafel: die Weihnachtstorte. An den Feiertagen verzichten wir meist auf ein Mittagessen; stattdessen gibt es ein ausgedehnteres Frühstück und ein festliches Abendessen. Um die Zeit dazwischen nicht zu lang werden zu lassen, gibt es nachmittags ein Stückchen Kuchen und an den beiden Weihnachtsfeiertagen eben diese Torte.

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Die diesjährige Torte ist weit weniger aufwendig als es den ersten Anschein hat und die wenige benötigte Zeit ist gut investiert. Es gibt eine fruchtige Variante mit weihnachtlichem Lebkuchenbiskuit, Apfelzimt- und Cranberryfüllung umhüllt von lockerer Sahne.  

Zutaten für den Lebkuchen-Biskuit

  • 4 Eier (Größe L) 
  • 40g Zucker
  • 140g Zuckerrübensirup
  • 80ml Milch (heiß!)
  • 120g Mehl
  • 60g Speisestärke
  • 1 Prise Salz
  • 2 TL Lebkuchengewürz

Zutaten für die Apfelfüllung

  • 300ml Apfelsaft (100% Fruchtsaft ohne Zuckerzusatz)
  • 4 kleine Äpfel
  • 1 TL (gehäuft) Agaragar

Zutaten für die Cranberryfüllung

  • 3 EL Zucker
  • 200g frische Cranberries

Zutaten für die Creme und Dekoration

  • 250ml frische Sahne
  • 2 TL Sanapart
  • Lebkuchenplätzchen
  • Zuckerperlen in weiß

Zubereitung

Wie immer starte ich mit dem Biskuit. Die Böden von zwei Springformen mit 15 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 175°C Umluft vorheizen.

Für den Biskuit die Eier trennen und das Eiweiß mit dem Zucker in der Küchenmaschine zu sehr festem Schnee schlagen. Den Eischnee im Kühlschrank bis zur weiteren Verwendung aufbewahren. Das Eigelb zuerst mit dem Zuckerrübensirup und anschließend auch mit der heißen Milch gründlich aufschlagen, bis eine sehr helle und luftige Masse entsteht. Dies kann einige Minuten dauern. Die trockenen Zutaten mischen und mit 1/3 des Eischnees auf die Eigelbmasse geben. Alles mit einer Gummizunge vorsichtig aber sehr gründlich und in kreisförmigen Bewegungen unterheben. Nun in zwei weiteren Portionen den verbleibenden Eischnee unter den Teig heben und anschließend in die Springformen füllen. Die Böden ca. 35 Minuten backen. Nach einer geglückten Stäbchenprobe die fertigen Böden aus dem Ofen nehmen und in der Form auskühlen lassen.

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Nun bereite ich die Apfelfüllung vor: Dafür eine Auflaufform mit Frischhaltefolie auslegen und bereitstellen. Die Äpfel säubern, vom Kerngehäuse befreien und fein würfeln. Den Saft mit dem Agaragar in einem Topf gründlich verrühren und zusammen mit den Äpfeln aufkochen. Die Früchte unter stetem Rühren nach Packungsanleitung mindestens 2 Minuten kochen lassen. Alles zusammen in die vorbereitete Auflaufform schütten, so dass der Boden mit einer ca. 0,5 cm dicken Schicht der Fruchtfüllung bedeckt ist. Die Masse über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.

Für die Cranberryfüllung den Zucker in einem Topf karamellisieren und die Früchte hinzugeben. Mit ca. 50ml Wasser ablöschen und das Wasser verkochen lassen. Solange Wasser hinzugeben, bis die Früchte gar sind. Die Cranberries probieren und gegebenenfalls nachsüßen. Die Fruchtfüllung abkühlen lassen.

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Am folgenden Tag oder mindestens 3 Stunden später die Böden begradigen und jeweils einmal waagerecht durchschneiden. Die Reste können prima anderweitig, z.B. für ein Dessert, verwendet werden.

Die Schlagsahne mit dem Sanapart steif schlagen und den untersten Boden mit etwas Sahne auf einer Kuchenpappe fixieren. Aus der Apfelfüllung mit einem Ausstecher Kreise mit einem Durchmesser von ca. 13 - 14 cm ausstechen und einen Kreis der Fruchtfüllung auf den untersten Boden legen. Etwas Sahne darum herum verteilen und den zweiten Boden auflegen. Darauf die Cranberryfüllung, ebenfalls unter Zuhilfenahme des Ausstechers, verteilen, mit Sahne umranden und den dritten Boden auflegen. Jetzt kommt noch einmal die Apfelfüllung, etwas Sahne und zum Abschluss der oberste Boden. Anschließend die ganze Torte mit der restlichen Sahne umhüllen.

Die Torte mit Lebkuchenkeksen und Zuckerperlen verzieren und bis zum Servieren kaltstellen. Die Kombination aus Lebkuchengewürzen und etwas säuerlicher Fruchtfüllung passt wunderbar auf die Weihnachtstafel und ist auch nicht zu mächtig, so dass man auch gerne ein zweites Stück essen kann.

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Ich wünsche euch einen wunderschönen zweiten Weihnachtstag im Kreis lieber Menschen und eine köstliche (Torten-)Zeit!

Eure Tine

Lebkuchen-Karussell {Lebkuchen / Fondant / Schokolade}

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Ich wünsche euch allen ein wunderschönes, besinnliches und glückliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben! Lasst es euch gut gehen und lasst euch verwöhnen!

Zum Abschluss der Weihnachtsbäckerei möchte ich euch nun unser diesjähriges Highlight zeigen: unser Lebkuchen-Karussell. Schon seit vier Jahren gibt es unser jährliches Lebkuchenprojekt. Begonnen haben wir mit einem ganz einfachen Häuschen und haben nach und nach eine ganze Winterlandschaft, eine Ritterburg und auch eine Kirche mit bunten Fenstern geschaffen. Immer ist die ganze Familie an der Planung und der Umsetzung beteiligt, jeder entsprechend seiner Vorlieben und Talente.

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In diesem Jahr haben wir uns von den Weihnachtsmärkten inspirieren lassen. Die dort häufig anzutreffenden nostalgischen Karusselle sind immer wunderschön bunt beleuchtet und verbreiten eine ganz besondere vorweihnachtliche Stimmung. So war die Idee geboren, in diesem Jahr ein Karussell (genauer gesagt sogar zwei) herzustellen. Nach ausführlicher Planung und einigen Skizzen haben wir uns endlich alle gemeinsam ans Werk gemacht.

Zutaten für den Teig

  • 180g Zuckerrübensirup
  • 180g Honig
  • 400g brauner Zucker
  • 180ml Wasser
  • 60g Lebkuchengewürz
  • 560g Butter
  • 2 Tl Natron
  • 1 Prise Salz
  • 1500 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver

Zutaten für das Royal Icing

  • 3 Eiweiß
  • 3x 250g Puderzucker
  • Saft von 1,5 ausgepressten Limetten
  • ca. 3 EL kaltes Wasser

Zutaten für die Dekoration

  • ca. 800g Fondant
  • flüssige Lebensmittelfarben (Gelfarben sind auch gute verwendbar)
  • Zuckerperlen in verschiedenen Größen und Farben
  • Smarties (groß und klein)
  • Süßigkeiten nach Herzenslust und Geschmack
  • Mini-Butterkekse
  • Eiswaffel
  • 8 lange Schaschlikspieße

Zubereitung

Die Menge orientiert sich an unserem Karussell, wobei die Bodenplatte einen Durchmesser von ca. 30 cm hat. Sollte noch etwas Teig übrig bleiben, lassen sich daraus wunderbar Lebkuchen-Plätzchen backen, die mit Zuckerguss und der übrig bleibenden Dekoration verziert werden können.

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Aufgrund der großen Menge bietet es sich an, den Teig in zwei Portionen herzustellen. Dafür werden Zuckerrübensirup, Honig und Zucker mit dem Wasser zusammen unter stetem Rühren aufgekocht. Den Topf vom Herd nehmen, Butter und Lebkuchengewürz unterrühren und anschließend, wenn die Masse weitgehend abgekühlt ist, Natron und Salz zugeben.

Mehl und Backpulver gründlich mischen. Die Zucker-Butter-Masse weiter abkühlen lassen, bis sie Zimmertemperatur erreicht hat und dann unter das Mehl kneten. Das geht gut mit einem Holzlöffel und anschließend mit den Händen oder in der Küchenmaschine. Den fertigen Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.  

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Eine halbe Stunde bevor es am folgenden Tag weitergehen soll, kommt der Teig wieder aus dem Kühlschrank. Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen und zwei Backbleche und mehrere Bögen Backpapier oder Backmatten bereitlegen. Den Teig portionsweise auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem ebenfalls bemehlten Nudelholz ca. 1/2 cm dick ausrollen und die Teile für ein Lebkuchenhaus ausschneiden bzw. Plätzchen ausstechen. Alle Teile für ca. 10-12 Minuten backen und vollständig auskühlen lassen.

Für das Karussell werden zwei runde Bodenplatten mit Hilfe eines großen Tellers ausgeschnitten. Für den Schirm in gleicher Größe wie die Bodenplatten einen kreisrunden Rohling erstellen. In der Mitte wird mit einem Trinkglas einen Kreis ausgestochen. Anschließend wird der äußeren Ring strahlenförmig in 12 Stücke geteilt, wobei die Fugen nach außen hin etwas breiter werden, damit der Schirm beim Zusammensetzen eine schöne Neigung erhält. Die Außenränder anschließend glatt abschneiden, um später daran die Blendleiste in einzelnen Teilen befestigen zu können. Ein Plätzchenausstecher in Form eines geschwungenen Labels eignet sich hervorragend um dies tun zu können. Die innere Säule des Karussells besteht aus zwei Teilen, wobei der untere Teil aus 8 geraden und der obere Teil aus 8 nach oben hin etwas breiter werdenden Teilen besteht. Die beiden Mittelsäulen werden von zwei achteckige Grundplatten für die beiden Teile der Mittelsäule erstellt. Kein Karussell ohne Pferde, dazu Kekse in Form von Pferden ausstechen, verzieren und das Karussell mit Pferden dekorieren. Jedes Pferd besteht aus zwei spiegelbildlichen Teilen, die später aneinander geklebt werden.

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Für die Verzierung das Royal Icing zubereiten. Dazu in bis zu vier einzelnen Portionen jeweils 250g Puderzucker sorgfältig sieben und mit einem Eiweiß in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer leicht aufschlagen. Nach und nach den gesiebten Puderzucker, den Sirup und einen EL Wasser hinzugeben. Der Guss sollte zähflüssig sein. Wenn die Masse noch gefärbt werden soll, darauf achten, dass die Farbe den Guss weiter verflüssigt, also vorher nicht zu viel Wasser hinzugeben.

Die einzelnen Lebkuchenteile nun mit dem Royal Icing als Kleber nach und nach zusammenbauen. Etwaige Unebenheiten können mit dem Guss gut ausgeglichen werden. Es empfiehlt sich dabei, den "Rohbau" für einige Zeit trocknen zu lassen, damit der Zuckerguss anziehen kann und die gesamte Konstruktion an Stabilität gewinnt. Los geht’s mit  mit den beiden Bodenplatten. Auf die untere Bodenplatte 10 – 15 „Stapel“ aus je zwei Mini-Butterkekse übereinander kleben und die obere Bodenplatte darauf fixieren. Den Rand ebenfalls mit kleinen Butterkeksen verzieren. Den Rand anschließend mit Icing einhüllen und mit bunten Smarties verzieren. Auf die obere Bodenplatte einen verdünnten und/oder eingefärbten Zuckerguss verteilen und anschließend bunte Perlen darüber streuen.

Anschließend die beiden Teile der Mittelsäule jeweils mit Hilfe der achteckigen Grundplatten zusammengesetzen. Für das Zusammensetzten des Schirmes eignet sich ein leicht gewölbter Teller, damit der Schirm zum Schluss die richtige Neigung hat. Die Pferde nach Herzenslust mit Fondant, Zuckerguss oder Zuckerschmuck dekorieren und jeweils zwei Pferde mit einem Schaschlikspieß dazwischen zusammenkleben. Die Pferde sollten jeweils Spiegelbilder sein.. Hübsch sieht es aus, wenn die Pferde auf unterschiedlichen Höhen an den Spießen befestigt werden.

Bevor die einzelnen Teile endgültig zusammengesetzt werden, den Schirm und die Mittelsäule mit Fondant, Zuckerguss und Süßigkeiten verzieren sowie die einzelnen Teile der Blendleiste am Schirm befestigen. Auch die Eistüte als Spitze des Karussells darf natürlich nicht fehlen. Bei der Verzierung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und wer noch Anregungen sucht, der googelt den Begriff "gingerbread house" und sollte fündig werden.

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Zum Schluss die beiden Teile der Mittelsäule zusammensetzen und auf die Bodenplatte kleben. Die Schaschlikspieße mit den Pferden rundherum in den beiden Bodenplatten befestigen. Die Spieße ggf. oben etwas kürzen. Anschließend wird der Schirm aufgesetzt. Wer mag, kann zuvor noch eine kleine Led-Lichterkette anbauen, um dem Karussell mit einer eigenen Beleuchtung einen besonderen Glanz zu verleihen.

Ich wünsche euch viel Freude mit dem Lebkuchen und nun ein wunderschönes Weihnachtsfest.

Eure Tine

Eine Kirche aus Lebkuchen

In diesem Jahr gibt es eine Kirche (oder Kathedrale) aus Lebkuchen

In diesem Jahr gibt es eine Kirche (oder Kathedrale) aus Lebkuchen

Als Kind habe ich in der Weihnachtszeit oft mit einer Mutter eine Aufführung von Hänsel und Gretel in der Oper meiner Heimatstadt besucht. Ich habe das geliebt und erinnere mich noch gut an das wunderschön gestaltete Bühnenbild. Das Haus der Hexe sah tatschlich wie ein Lebkuchenhaus aus. Irgendwie ist das bei mir hängen geblieben und vor einigen Jahren entstand dann die Idee, ein "Hexenhäuschen" aus Lebkuchen selber zu machen. Wir sind alle ein bisschen "back- und dekoverrückt" und so ist daraus im Laufe der Zeit daraus ein Familienprojekt entstanden, an dem jedes Jahr alle gemeinsam voller Begeisterung mitmachen - jeder entsprechend seiner Talente und Vorlieben. 

Nach verschiedenen Häuschen mit und ohne Kotten (mittelniederdeutsch für Hütte) und zuletzt einer Ritterburg war in diesem Jahr eine Kirche dran. Warum eine Kirche? Sie passt thematisch zu Weihnachten, bietet viel Platz für bunt marmorierte Kirchenfenster und schien auch sonst ein perfektes Objekt, um es aus Lebkuchen nachzubauen. 

Süße Naschereien verzieren die Kirchen - da ist für jeden etwas dabei

Süße Naschereien verzieren die Kirchen - da ist für jeden etwas dabei

Der Architekt in unseren Reihen hat sich um die Konstruktion, (sogar anhand eines Modells aus Pappe) und die Erstellung des Bauplans gekümmert. Und am zweiten Adventswochenende war es endlich so weit. Wir haben geknetet, gerollt, geschnitten, gebacken, gebaut und dekoriert. Und hier ist das Ergebnis - unsere Kathedrale :-)

Zutaten für den Teig

  • 180g Zuckerrübensirup
  • 180g Honig
  • 400g brauner Zucker
  • 180ml Wasser
  • 60g Lebkuchengewürz
  • 560g Butter
  • 2 Tl Natron
  • 1 Prise Salz
  • 1500 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver

Zutaten für die Dekoration

  • 1 Tüte Zuckerbonbons (z.B.: Himbeere)
  • 4 Eiweiß
  • 4x 250g Puderzucker
  • 4 El Zuckersirup
  • 4-8 El Wasser
  • flüssige Lebensmittelfarben (Gelfarben sind auch gute verwendbar)
  • Zuckerperlen in verschiedenen Größen und Farben
  • Smarties (groß und klein)
  • Süßigkeiten nach Herzenslust und Geschmack

Zubereitung

Die Angegebene Zutatenmenge ist bezogen auf unsere Lebkuchenkirche, der zugehörige "Bauplan" sollte auf Din A3 ausgedruckt werden. Aus dem verbleibenden Teig, wenn alle Bau-Teile ausgedruckt sind, wird die Bodenplatte erstellt. (Der Bauplan steht am Ende des Posts zum Download zur Verfügung.)

Alle Zutaten abwiegen und bereitstellen. Zuckerrübensirup, Honig und Zucker werden mit dem Wasser aufgekocht. Den Topf vom Herd nehmen, Butter und Lebkuchengewürz unterrühren und anschließend Natron und Salz zugeben.

Lebkuchenkirche mit allerlei Süßigkeiten verziert

Lebkuchenkirche mit allerlei Süßigkeiten verziert

Mehl und Backpulver gründlich mischen. Die Zucker-Butter-Masse abkühlen lassen, bis sie Zimmertemperatur erreicht hat und dann unter das Mehl kneten. Das geht gut mit einem Holzlöffel und anschließend mit den Händen. Sobald der Teig homogen ist, wird er zu einer Kugel geformt und sollte über Nacht im Kühlschrank ruhen.  

Für die Fenster: Die Zuckerbonbons in einem Zerkleinerer zu feinem Pulver mahlen, dabei kann es recht laut werden. Eine halbe Stunde bevor es am folgenden Tag weitergehen soll, den Teig aus dem Kühlschrank holen. Den Backofen auf 170° Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem ebenfalls bemehlten Nudelholz ca. 1/2 cm dick ausrollen und die Teile für ein Lebkuchenhaus ausschneiden bzw. Plätzchen ausstechen. Evtl. Fenster ausstechen und die entstandenen Löcher mit dem Bonbon-Pulver füllen. Das Pulver sollte mit der Oberfläche des Teiges abschließen. Evtl. jeweils einen Tropfen flüssige Lebensmittelfarbe zugeben. Alle Teile für ca. 10-12 Minuten backen und vollständig auskühlen lassen.

Die Toppas auf dem Dach muten bei den übrigen Verzierungen geradezu gesund an

Die Toppas auf dem Dach muten bei den übrigen Verzierungen geradezu gesund an

Für die Verzierung das Royal Icing zubereiten. Dazu in bis zu vier einzelnen Portionen jeweils 250g Puderzucker sorgfältig sieben und mit einem Eiweiß in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer leicht aufschlagen. Nach und nach den gesiebten Puderzucker, den Sirup und das Wasser hinzugeben. Der Guss sollte zähflüssig sein. Wenn die Masse noch gefärbt werden soll, darauf achten, dass die Farbe den Guss weiter verflüssigt, also vorher nicht zu viel Wasser hinzugeben.

Ohne Zweifel - Weihnachten naht

Ohne Zweifel - Weihnachten naht

Für das Lebkuchenhaus nun die einzelnen Teile mit Hilfe des Zuckergusses zusammen bauen. Unebenheiten können mit dem Guss gut ausgeglichen werden. Es empfiehlt sich, den "Rohbau" für einige Zeit trocknen zu lassen, damit der Zuckerguss anziehen kann und das Haus an Stabilität gewinnt.

Nun die Wände, Dächer, Türme und Dekoplätzchen nach Herzenslust mit Zuckerguss und Süßigkeiten verzieren. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und wer noch Anregungen sucht, der googelt den Begriff "gingerbread house" und sollte fündig werden.

Mein größter Kritiker führt die "Endabnahme" durch :-)

Mein größter Kritiker führt die "Endabnahme" durch :-)

Habt weiterhin eine wundervolle und köstliche Vorweihnachtszeit!

Eure Tine

Lebkuchen {Willkommen in der Weihnachtsbäckerei}

Weihnachtliche Lebkuchen

Weihnachtliche Lebkuchen

Habe ich nicht vor ein paar Tagen gesagt, dass die Zeit rennt? Sie rast in einem unfassbaren Tempo, wirklich! Die ersten Blogs zeigen schon herrliches Weihnachtsgebäck, ebenso ein untrüglicher Vorbote wie die wunderschön dekorierten Schaufenster und winterlich erleuchteten Innenstädte - es wird also höchste Zeit, die Weihnachtsbäckerei zu eröffnen! Spätestens ein Blick in den Kalender lässt keine Zweifel zu, in knapp zwei Wochen ist der 1. Advent. Zwar backen wir für gewöhnlich während der gesamten Adventszeit Plätzchen und Gebäck, aber am ersten Advent soll der Teller nicht vollkommen leer sein - Abhilfe muss also dringend her.

Wenn Lebkuchen gebacken werden, erfüllt das wunderbare Aroma der weihnachtlichen Gewürze nicht nur die Küche, sondern die ganze Wohnung mit einer zarten vorweihnachtlichen Stimmung. Das ideale Gebäck also, um die Weihnachtsbäckerei zu eröffnen. Zudem lässt es sich prima lagern. Das Rezept, das ich euch heute vorstellen möchte, stammt (mit kleinen Veränderungen) aus einer Weihnachtsausgabe der essen & trinken ("Süße Weihnachten" essen & trinken Spezial, Nr. 2 2010, S. 158) 

Krönchen und Nikoläuse aus Lebkuchen

Krönchen und Nikoläuse aus Lebkuchen

Da der Teig während der Zubereitung ruhen muss und die Plätzchen vor der Dekoration auskühlen müssen, bereite ich sie meist an drei aufeinander folgenden Abenden zu. Der erste Abend ist dem Teig vorbehalten, am zweiten Abend wird gebacken und der dritte Abend gehört der Dekoration. Wenn es schön kalt ist, spart man sich einen Abend, indem man die Plätzchen auf der Fensterbank oder vor einem geöffneten Fenster auskühlen lässt. Die angegebene Teigmenge reicht für zwei Bleche, falls mehr benötigt wird, die Menge einfach verdoppeln oder verdreifachen.

Zutaten

  • 30g Zuckerrübensirup
  • 30g Honig
  • 60g brauner Zucker
  • 30ml Wasser
  • 10g Lebkuchengewürz
  • 90g Butter
  • 1/2 Tl Natron
  • 1 Prise Salz
  • 250g Mehl
  • 1 Tl Backpulver
  • 1 Eiweiß
  • 250g Puderzucker
  • 1 El klarer Sirup (kann man auch weglassen)
  • 1-2 El kaltes Wasser
  • Lebensmittelfarbe nach persönlichem Wunsch
  • Perlen, Glitzer, Zuckerschmuck usw. zur Dekoration

Zubereitung

Alle Zutaten abwiegen und bereitstellen. Zuckerrübensirup, Honig und brauner Zucker werden mit 30ml Wasser aufgekocht. Den Topf vom Herd nehmen, Butter und Lebkuchengewürz unterrühren und anschließend Natron und Salz zugeben.

Der flüssige Guss lässt sich wunderbar marmorieren

Der flüssige Guss lässt sich wunderbar marmorieren

Mehl und Backpulver gründlich mischen. Die Zucker-Butter-Masse abkühlen lassen, bis sie Zimmertemperatur erreicht hat und dann unter das Mehl kneten. Das geht gut mit einem Holzlöffel und anschließend mit den Händen. Sobald der Teig homogen ist, wird er zu einer Kugel geformt und sollte über Nacht im Kühlschrank ruhen.  

Eine halbe Stunde bevor es am folgenden Tag weitergehen soll, den Teig aus dem Kühlschrank holen. Den Backofen auf 170° Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem ebenfalls bemehlten Nudelholz ca. 1/2 cm dick ausrollen und die Plätzchen ausstechen. Die Plätzchen für ca. 10-12 Minuten backen und vollständig auskühlen lassen.

Bunte Lebkuchenparade

Bunte Lebkuchenparade

Für die Verzierung das Royal Icing zubereiten. Dazu den Puderzucker sorgfältig sieben und ein Eiweiß mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer leicht aufschlagen. Nach und nach den gesiebten Puderzucker, den Sirup und das Wasser hinzugeben. Der Guss sollte zähflüssig sein. Wenn die Masse noch gefärbt werden soll, darauf achten, dass die Farbe den Guss weiter verflüssigt, also vorher nicht zu viel Wasser hinzugeben.

Die Plätzchen nach Belieben mit dem Guss und mit Zuckerdekor verzieren.

Lebkuchenherz

Lebkuchenherz

Viele Spaß beim Nachbacken und habt eine gute (Kuchen-)Zeit!